Was ist eine tubuläre Brust?
Eine tubuläre Brust – auch Schlauch- oder Rüsselbrust genannt – ist eine angeborene Formabweichung. Teile des Brustgewebes entwickeln sich dabei unterdurchschnittlich, sodass eine schlauchähnliche Form entsteht. Die tubuläre Brust geht oft mit Asymmetrie einher. Die Brüste können stark ungleiche Formen aufweisen.
Wie entsteht eine Schlauchbrust?
Die Ursachen der Schlauchbrust sind noch nicht vollständig erforscht. Bereits in der Embryonalzeit entwickelt sich das untere Brustgewebe häufig unvollständig. In der Pubertät wird dies sichtbar, wenn das Brustwachstum ungleichmäßig verläuft.
Welche vier Typen gibt es und wie unterscheidet man sie?
- Typ 1: Unterer, innerer Quadrant betroffen; Brustwarze normal, Brustgröße unverändert.
- Typ 2: Beide unteren Quadranten betroffen; Brustwarze normal, Volumen reduziert.
- Typ 3: Beide unteren Quadranten betroffen; Brustwarze zeigt nach unten.
- Typ 4: Alle Quadranten betroffen; Brust schlauchförmig und hängend, Brustwarze überproportional.
Verbesserung des Erscheinungsbildes durch nicht-operative Methoden
Konservative Methoden können die Formabweichung nicht dauerhaft korrigieren, aber das Erscheinungsbild optisch ausgleichen. Dies kann z.B. durch spezielle BHs und Push-Ups geschehen. Mit herausnehmbaren Kissen lässt sich so die Asymmetrie etwas ausgleichen und ein ebenmäßigeres Erscheinungsbild erzeugen. Auch Asymmetrie-BHs können helfen, die Brust runder zu formen und sie anzuheben.
Die Stärkung der Brustmuskulatur ist eine weitere Möglichkeit, eine tuberöse Brust optisch zu verbessern. Liegestützen und Bankdrücken straffen die Haut über dem Muskel und können so die Optik positiv unterstützen.
Auch das Kaschieren der Brust durch Kleidung mit Raffungen, Mustern oder bestimmten Schnitten, die den Fokus von der Brust ablenken, kann eine geeignete Maßnahme sein.
Operative Korrektur der tubulären Brust durch OP
Die Schlauchbrust kann durch operative Maßnahmen dauerhaft korrigiert werden. Hierfür stehen zwei Methoden zur Auswahl: Einerseits eine Operation mit Eigenfett, andererseits besteht die Möglichkeit Implantate einsetzen zu lassen.
OP mit Eigenfett
Eine OP mit Eigenfett kann nur dann stattfinden, wenn genügend Spenderfett an Bauch und Beinen vorhanden ist. Das Fett wird abgesaugt, aufbereitet und schließlich in die Brust injiziert, um den Gewebemangel auszugleichen. Mehrere Sitzungen sind oft nötig, da das Fett langsam anwächst. Vorteilhaft ist, dass keine Fremdkörper benötigt werden und keine sichtbaren Narben verbleiben.
OP mit Implantaten
Bei der OP mit Implantaten erfolgt ein Schnitt um den Brustwarzenhof. Der verengte Gewebering wird durchtrennt, wodurch die Basis erweitert und eine Umlagerung des Drüsengewebes möglich wird. Anschließend wird das Implantat zur Brustvergrößerung eingesetzt, was eine Bruststraffung zur Folge hat. Bei dieser Behandlungsmethode ist eine Kombination mit Eigenfett möglich.
Risiken einer operativen Behandlung
Mögliche Risiken und Komplikationen können aus allgemeinen OP-Risiken wie Schwellungen und Hämatomen bestehen. Bei der Verwendung von Implantaten kann es zur Kapselfibrose (Verhärtung des Gewebes um das Implantat) kommen. Auch Verrutschen oder Drehen des Implantates sind möglich, was eine Korrektur nötig machen kann. Sogenanntes „Bottoming-out“, also ein Absinken der Brustimplantate, kann ebenfalls nicht völlig ausgeschlossen werden.
Durch die unterschiedlich starke Ausprägung tubulärer Brüste kann oftmals keine perfekte Symmetrie erreicht werden. Sensibilitätsstörungen im Bereich der Mamille können vorübergehend auftreten. Nur selten ist dieses Taubheitsgefühl von Dauer.
Die Wahl eines erfahrenen Facharztes für plastische und ästhetische Chirurgie sowie eine strikte Einhaltung der empfohlenen Nachsorge-Maßnahmen sind maßgeblich für das Ergebnis.
Wie hoch sind die Kosten bei einer OP?
Bei beiden OP-Methoden ist mit Kosten in Höhe von 5.000-10.000 Euro zu rechnen. Diese variieren je nach Aufwand, Materialien und benötigter Anzahl an Sitzungen. Die genauen Kosten kann Ihnen der Facharzt bei einem individuellen Beratungsgespräch exakt erläutern.
In den meisten Fällen zählt die Behandlung als ästhetischer Eingriff, weswegen die Kosten selbst getragen werden müssen. Bei starker psychischer oder physischer Belastung ist eine Kostenübernahme bzw. Kostenbeteiligung durch die Krankenkasse möglich. Dies muss jedoch individuell abgeklärt werden.
Stillen trotz Brust-Korrektur
In den meisten Fällen ist das Stillen durch die Korrektur einer tubulären Brust nicht beeinträchtigt. Moderne Operationstechniken zielen darauf ab, das Brustgewebe und die Milchgänge weitgehend zu schonen. Allerdings kann sich der Schweregrad der ursprünglichen Fehlbildung auf die Stillfähigkeit auswirken. Je ausgeprägter die Fehlbildung, umso eher ist mit Problemen beim Stillen zu rechnen. In manchen Fällen ist die Milchmenge reduziert, in den meisten Fällen ist zumindest ein teilweises Stillen möglich.
FAQs
Bezeichnen tubuläre Brust, Schlauchbrust und Rüsselbrust unterschiedliche Fehlbildungen?
Nein. Alle drei Begriffe bezeichnen die gleiche, angeborene Fehlbildung, welche meist erst in der Pubertät mit einsetzendem Brustwachstum erkannt wird.
Gibt es unterschiedliche Schweregrade der tubulären Brust?
Ja. Es gibt vier verschiedene Kategorien, wobei Typ 1 einer normalen Brust noch am ähnlichsten ist. Bei Typ 4 ist nicht nur die Optik massiv beeinträchtigt, sondern auch das Wohlbefinden und oftmals auch die Stillfähigkeit aufgrund des unterentwickelten Brustgewebes.
Kann man eine Schlauchbrust ohne Operation verbessern?
Dauerhaft kann man eine Schlauchbrust mit konservativen Methoden nur mäßig verbessern. Am besten eignen sich spezielle BHs wie Push-Ups oder Asymmetrie-BHs oder entsprechende Kleidung, um die Brust zu kaschieren. Nachhaltiger ist der Aufbau der Brustmuskulatur durch Liegestütze oder Bankdrücken, was zu einem strafferen Erscheinungsbild verhelfen kann.
Welche Operationsmöglichkeiten gibt es?
Es gibt zum einen eine OP mit Eigenfett, bei der Spenderfett aus anderen Körperregionen abgesaugt und in das Brustgewebe injiziert wird, zum anderen kann unter Einsatz von Implantaten das Brustgewebe angehoben und somit eine rundere Form erzielt werden.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die OP?
Nein. In der Regel gilt die Operation als ästhetischer Eingriff und wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Nur bei starker psychischer oder physischer Belastung kann eine Kostenübernahme oder Kostenbeteiligung der Krankenkasse angestrebt werden. Dies ist individuell zu beurteilen.
Stillen nach der OP, ist das möglich?
Neue schonende Operationsmethoden sorgen dafür, dass die Stillfähigkeit nur in seltenen Fällen beeinträchtigt wird. Wenn es Probleme mit dem Stillen gibt, ist der Grund dafür meist der Schweregrad der Fehlbildung. Je ausgeprägter die Fehlbildung vor der Operation, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Stillen dann nicht oder nur teilweise klappt.



