Was sind Nasolabialfalten?
Nasolabialfalten – umgangssprachlich oft als „Lachfalten“ bezeichnet – sind natürliche Hautfalten, die vom Nasenflügel bis zum Mundwinkel verlaufen. Sie gehören zu den charakteristischen Linien des menschlichen Gesichts und sind in leichter Ausprägung auch bei jungen Menschen ab Ende 20 vorhanden. Mit zunehmendem Alter können sich diese Falten jedoch deutlich vertiefen. Dann lassen sie das Gesicht häufig müde, streng oder älter wirken, obwohl die betroffene Person sich gar nicht so fühlt.
Nasolabialfalten gehören zu den sogenannten statischen Falten. Das bedeutet, dass sie nicht nur bei aktiver Mimik auftreten, sondern auch bei entspanntem Gesicht sichtbar bleiben.
Wie entstehen Nasolabialfalten?
Die Entstehung von Nasolabialfalten ist Teil des natürlichen Alterungsprozesses des Gesichts. Dabei spielen mehrere Faktoren zusammen:
- Absinken des Mittelgesichts: Eine zentrale Ursache ist das Absinken des Wangenbereichs. Mit zunehmendem Alter verlieren Haut und Bindegewebe an Spannkraft. Gleichzeitig verschieben sich die Fettdepots im Gesicht nach unten. Das zuvor gleichmäßig verteilte Volumen der Wangen verlagert sich dabei in Richtung Mundpartie. Dadurch vertieft sich die Linie zwischen Nase und Mundwinkel.
- Verlust von Volumen: Neben der Gewebeerschlaffung kommt es auch zu einem Volumenverlust im Gesicht. Unterhautfettgewebe bildet sich teilweise zurück.
- Veränderungen der Hautstruktur: Parallel dazu nimmt die Produktion von Kollagen und Elastin im Laufe der Jahre ab. Die Haut wird dünner, verliert an Spannkraft und kann das darunterliegende Gewebe weniger gut stützen.
- Individuelle Faktoren: Zu den individuellen Faktoren, die bei der Entstehung von Falten eine Rolle spielen, zählen die genetische Veranlagung, die persönliche Mimik, Hautqualität und Lebensstil. Intensive Sonneneinstrahlung ohne ausreichenden Schutz beschleunigt beispielsweise ebenso die Hautalterung wie Rauchen, unausgewogene Ernährung oder Schlafmangel. Auch starke Gewichtsschwankungen können die Hautelastizität negativ beeinflussen.
Kann man „Lachfalten“ vorbeugen?
All die genannten Faktoren beeinflussen, in welchem Ausmaß sich im Laufe der Zeit tiefe Nasolabialfalten bilden. Umgekehrt bedeutet das, dass sich die Entstehung von Nasolabialfalten nur bedingt durch den Lebensstil beeinflussen lässt. Mit bestimmten Maßnahmen können Sie jedoch immerhin Ihre Hautgesundheit langfristig unterstützen und möglicherweise die Faltenbildung etwas verzögern:
- UV-Schutz: tägliche Anwendung von Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
- Gesunde Ernährung: ausreichend Vitamine, Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren
- Trinkmenge: mindestens 2 Liter Wasser täglich für geschmeidige Haut
- Verzicht auf Nikotin und Alkohol: Erhalt der Hautelastizität
- Erholsamer Schlaf: Ausreichend Regenerationszeit für die Haut
Behandlung von Nasolabialfalten
Das Internet ist voll von vermeintlichen Ratschlägen zur Behandlung von Nasolabialfalten in Eigenregie. Ein häufiger Irrtum besteht dabei darin, die Ursache in der Hautoberfläche zu sehen. Tatsächlich entstehen diese Falten jedoch vor allem durch Volumenverlust und das Absinken tieferer Gewebestrukturen im Mittelgesicht.
- Cremes können zwar die Haut pflegen und die Hautqualität in begrenztem Ausmaß verbessern, greifen aber nicht in diese entscheidenden Prozesse ein.
- Gesichtsmassagen und Gesichtsübungen haben keinen relevanten Effekt.
- Make-up kann helfen, Nasolabialfalten optisch zu kaschieren – es handelt sich aber nicht um eine Behandlung.
- LED-Lichttherapie erzielt maximal eine leichte Verbesserung der Hautqualität, reduziert aber keine tiefen Falten.
Entsprechend ist keine der genannten Maßnahmen geeignet, eine ausgeprägte Nasolabialfalte sichtbar zu korrigieren. Eine wirksame Behandlung muss daher immer an den strukturellen Ursachen ansetzen.
Nasolabialfalten unterspritzen
Hyaluron-Unterspritzung
Mit dem Filler Hyaluronsäure lassen sich Nasolabialfalten unterspritzen. Die Injektionstherapie ist eine bewährte minimalinvasive Methode zur Faltenbehandlung. Hyaluronsäure wird dabei präzise unter die Falte injiziert, um die Falte anzuheben, verlorenes Volumen auszugleichen und das Hautbild insgesamt glatter erscheinen zu lassen.
Moderne Behandlungskonzepte setzen häufig nicht nur direkt an der Falte an, sondern berücksichtigen auch den Volumenaufbau im Mittelgesicht, da der Volumenverlust dort entscheidend zur Entstehung der Nasolabialfalte beiträgt.
Das Injizieren des Fillers ist zwar schmerzarm, doch durch eine lokale Betäubung oder ein bereits im Filler enthaltenes leichtes Betäubungsmittel ist die Behandlung angenehmer. Erste Ergebnisse sind direkt nach der Behandlung sichtbar. Die positive Wirkung einer Hyaluron-Unterspritzung hält bis zu zwei Jahre an – kann aber je nach Produkt, Behandlungsregion und individuellen Patientengegebenheiten auch bereits nach einem halben Jahr allmählich nachlassen.
Mehr Informationen zur Injektionstherapie mit Hyaluron finden Sie auf unserer Seite Hyaluron spritzen.
Radiesse®
Neben Hyaluronsäure kommt auch Radiesse® als Filler zum Einsatz, ein Präparat auf Basis von Calcium-Hydroxylapatit. Mit dieser Substanz lässt sich ebenfalls Volumen aufbauen. Zusätzlich stimuliert Radiesse® die körpereigene Kollagenproduktion und erzielt langfristig eine Verbesserung der Hautstruktur.
Typische Behandlungsregionen sind:
- Nasolabialfalten
- Wangenregion
- Marionettenfalten
Minimalinvasives Fadenlifting
Beim Fadenlifting handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren, bei dem mit selbstauflösenden Fäden Alterserscheinungen im Gesicht – auch Nasolabialfalten – ohne Operation gemindert werden. Hebefäden mit feinen Widerhaken werden unter die Haut eingebracht, um abgesunkene Hautpartien zu straffen und anzuheben. Durch neugebildetes Bindegewebe bewirken sie zudem einen Volumenaufbau.
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und hinterlässt keine Narben. Etwa zwei Wochen nach der Behandlung kann das Ergebnis abschließend beurteilt werden. Der positive Effekt ist je nach Material, Anzahl der Fäden und Technik auf ein bis drei Jahre begrenzt.
Operative Verfahren
Wenn Hautalterung und Falten stark ausgeprägt sind und sich größere Gewebeüberschüsse gebildet haben, können operative Verfahren sinnvoll sein. Für unterschiedliche Bedürfnisse stehen verschiedene Facelift-Varianten zur Verfügung.
Mini-Facelift
Beim Mini-Facelift handelt es sich um eine weniger invasive Form der Gesichtsstraffung mit kürzerer Erholungszeit. Es eignet sich für Patientinnen und Patienten mit weniger ausgeprägten Alterungserscheinungen.
Dabei wird das abgesunkene Gewebe im unteren Gesichtsdrittel angehoben und neu positioniert. Ziel der Behandlung ist es, die Gesichtskonturen wieder klarer zu definieren.
Typische Effekte des Eingriffs sind:
- Anhebung des abgesunkenen Wangenfettes
- Glättung der Nasolabialfalten
- Anhebung der Mundwinkel
- eine definiertere Kiefer-Kinn-Linie
SMAS-Lifting (Facelift)
Bei stärker ausgeprägten Altersveränderungen kann ein Facelifting mit SMAS-Technik als dauerhafteste Lösung in Betracht kommen.
Dabei wird nicht nur die Haut gestrafft, sondern auch die tieferliegende Bindegewebsschicht des Gesichts – das sogenannte SMAS (Superfizielles Musculo-Aponeurotisches System). Durch das SMAS Lifting lassen sich Nasolabialfalten, Hängebäckchen, Marionettenfalten und Veränderungen im Halsbereich gleichzeitig behandeln.
Da auch die tieferen Strukturen des Gesichts korrigiert werden, ermöglicht dieses Verfahren besonders natürliche und langfristige Ergebnisse.
Midface Lift
Ein Midface Lift setzt gezielt an der Ursache ausgeprägter Nasolabialfalten an: dem Absinken des Mittelgesichts. Durch die Anhebung und Repositionierung der abgesunkenen Wangenstrukturen wird das Volumen wieder in seine ursprüngliche Position gebracht, wodurch die Nasolabialfalte deutlich geglättet wird. Im Gegensatz zu klassischen Facelift-Techniken erfolgt der Straffung hier senkrecht, sodass insbesondere die Mittelgesichtsregion effektiv verbessert wird. Das Verfahren eignet sich vor allem für Patientinnen und Patienten mit ausgeprägten Nasolabialfalten bei gleichzeitig noch relativ geringer Hauterschlaffung im unteren Gesicht. Auf diese Weise lässt sich ein natürlich wirkendes, harmonisch verjüngtes Erscheinungsbild erzielen.
Der Schnitt erfolgt wie bei einer Unterlidstraffung nahe der unteren Wimpernreihe. Daher kann das Midface Lift problemlos mit einer Unterlidstraffung kombiniert werden, um Tränensäcke und Augenringe zu korrigieren, was zu einem insgesamt frischeren und jüngeren Gesamteindruck führt.
Muskelrelaxanzien bei Nasolabialfalten – sinnvoll oder nicht?
Muskelrelaxanzien werden häufig zur Behandlung dynamischer Falten eingesetzt, die durch Muskelbewegungen entstehen, wie Stirnfalten oder Krähenfüße. Für die Behandlung von Nasolabialfalten ist der Wirkstoff nicht das Mittel der Wahl, da es sich hierbei um statische Falten handelt, die durch Volumenverlust und Hautalterung entstehen. Muskelrelaxanzien können die Muskulatur entspannen, nicht jedoch Volumen wiederherstellen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Behandlung?
Das ideale Alter für eine Behandlung hängt vom individuellen Hautzustand und Ihrem Leidensdruck ab. Während manche Menschen bereits in ihren Dreißigern erste ausgeprägte Nasolabialfalten entwickeln, zeigen sich bei anderen erst später deutliche Falten. Minimalinvasive Behandlungen, etwa die Nasolabialfalte unterspritzen mit Hyaluron, können bereits bei ersten Anzeichen der Hautalterung sinnvoll sein, um das Voranschreiten zu verlangsamen.
Mit 40 Jahren ist eine Behandlung durchaus üblich, aber auch jüngere Patientinnen und Patienten können von gezielten Eingriffen profitieren. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern die individuelle Ausgangssituation und die persönlichen Wünsche.
Mögliche Begleiterscheinungen der Behandlung
Bei professionell durchgeführten Behandlungen sind Nachwirkungen in der Regel mild und vorübergehend. Nach einer Hyaluron-Unterspritzung können Rötungen oder kleine Blutergüsse an den Einstichstellen auftreten, die nach wenigen Tagen abklingen. In seltenen Fällen kann es zu ungleichmäßigen Ergebnissen oder Verhärtungen kommen, die jedoch korrigiert werden können.
Wenn Sie mit Radiesse® Ihre Nasolabialfalte unterspritzen lassen, sind anschließend kleine, vorübergehende Schwellungen oder Rötungen der Einstichstelle möglich. In der Regel sind Sie jedoch unmittelbar nach der Behandlung gesellschaftsfähig.
Das Fadenlifting kann vorübergehend zu Schwellungen, Blutergüssen und Gefühlsstörungen führen. Es können leichte Dellen in der Haut auftreten, die nach einigen Tagen von selbst verschwinden.
Nach operativen Eingriffen wie Facelift und Midface Lift sind Schwellungen und Blutergüsse in den ersten Tagen stärker ausgeprägt. Nach ein bis zwei Wochen ist aber auch hier die Heilung abgeschlossen.
FAQ
Für wen kommt eine Unterspritzung der Nasolabialfalte in Frage?
Sie eignet sich für Personen ab etwa 30 Jahren, die sich ein frischeres, vitaleres Aussehen wünschen.
Lassen sich diese Gesichtsfalten vermeiden?
Die Entstehung von Nasolabialfalten lässt sich nicht verhindern, aber durch vorbeugende Maßnahmen für die Hautgesundheit ein wenig hinauszögern. Sonnenschutz, gesunder Lebensstil und regelmäßige Hautpflege können das Ausmaß der Faltenbildung bis zu einem gewissen Grad beeinflussen.
Hat eine Gewichtsabnahme Einfluss auf die Nasolabialfalten?
Ja, starke Gewichtsveränderungen können Nasolabialfalten verstärken. Bei schneller Gewichtsabnahme verliert die Haut an Volumen und Elastizität. Eine moderate, langsame Gewichtsabnahme ist schonender für die Hautstruktur.



