Eine erfolgreiche Gewichtsreduktion bedeutet für Betroffene einen großen Gewinn an Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Häufig bleiben jedoch ausgeprägte Haut- und Weichteilüberschüsse zurück, die sich den neuen Körperformen nicht mehr anpassen können und als ästhetisch wie funktionell stark belastend empfunden werden. Diese überschüssige Haut kann Bewegungen einschränken, Hautreizungen verursachen und das neu gewonnene Körpergefühl erheblich trüben. Mit gezielten Straffungsoperationen an Bauch, Brust, Armen, Oberschenkeln oder im Gesicht lässt sich die Körpersilhouette wieder harmonisieren und der Erfolg der Gewichtsabnahme auch äußerlich sichtbar machen.
Wann spricht man von Fettleibigkeit bzw. Adipositas?
Unter Fettleibigkeit, medizinisch als Adipositas oder krankhaftes Übergewicht bezeichnet, versteht man nicht ein paar überzählige Pfunde, sondern einen massiven Überschuss an Körperfett mit ernstem Krankheitswert. Der BMI (Body Mass Index) bewertet das Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße und ist ein grober Richtwert für die Unterscheidung zwischen Übergewicht als kosmetischem Problem und Adipositas im Sinne einer Krankheit.
Nicht nur die Lebensqualität leidet bei einer echten Fettleibigkeit erheblich, auch die Lebenserwartung sinkt. Das Risiko für Diabetes, Stoffwechselstörungen, Arteriosklerose, Bluthochdruck oder Fettleber steigt deutlich. Beschwerden mit den Gelenken, der Atmung und Schlafstörungen kommen bei stark adipösen Menschen häufig noch hinzu.
Wie behandelt man ein krankhaftes Übergewicht?
Im Fall einer therapiebedürftigen Fettleibigkeit gewährleisten Adipositaszentren die erforderliche fachübergreifende Kompetenz. Ziel ist es, durch Verhaltensänderungen, Ernährungsumstellung und mehr Bewegung das Gewicht deutlich und nachhaltig zu senken. Durch eine massive Gewichtsabnahme lässt sich der Gesundheitszustand wesentlich verbessern und der Alltag vereinfachen. Eine Blutzuckererkrankung bessert sich, ein stark überhöhter Blutdruck normalisiert sich, die Blutfettwerte sinken, nicht selten sogar zurück in den Normalbereich. Die Betroffenen spüren, dass sie körperlich wieder viel belastbarer sind.
Um die Gesundheit adipöser Menschen zu erhalten, müssen chirurgische Maßnahmen dann in Erwägung gezogen werden, wenn alle nichtoperativen Möglichkeiten zur Gewichtsreduktion erfolglos geblieben sind. Die moderne Adipositas-Chirurgie (Magenband, Magenballon, Magenverkleinerung, Magenbypass etc.) führt zu früher unerreichbaren Erfolgen bei stark übergewichtigen Menschen. Heutzutage sind Gewichtsabnahmen von 40 bis 60 kg und mehr keine Seltenheit.
Wie verändert sich der Körper durch die Gewichtsabnahme?
Wenn das Körpergewicht massiv reduziert werden konnte, sind die Anzeige auf der Waage und der Blick in den Spiegel für Betroffene wie „Licht und Schatten“. Dem Glücksgefühl angesichts der Normalisierung des Körpergewichts und der verbesserten Gesundheit steht meist eine Unzufriedenheit mit der Körperkontur gegenüber. Die durch die enorme Gewichtszunahme stark ausgedehnte Haut passt sich nach dem Abnehmen den neuen Volumenverhältnissen nicht mehr an, und es bleiben teilweise extreme, entstellende Hautüberschüsse zurück. Hierfür bietet die Plastisch-Ästhetische Chirurgie dauerhafte Lösungen mit Straffungsoptionen für alle klassischen Problemzonen.
Im Gegensatz zur Adipositas-Chirurgie finden die Straffungsoperationen auf der Ebene der Haut und des Unterhautfettgewebes statt, also ohne den Bauchraum zu eröffnen oder die Muskulatur einzubeziehen. Die körperformenden Operationen ermöglichen es, wieder Sport zu treiben, an den Strand oder ins Schwimmbad zu gehen und bei schönem Wetter auch die entsprechend luftige Kleidung zu tragen.
Was sind die typischen Problemzonen nach starkem Gewichtsverlust?
Gesicht
Die Gewichtsabnahme ist zuerst im Gesicht zu erkennen. Die Gesichtshaut kann sich dem Volumenverlust zwar anpassen, indem sie schrumpft, aber nur bis zu einem gewissen Maß. In vielen Fällen erschlafft das Gesicht, und es entstehen Falten. Das Gesicht wirkt älter und müde.
Die hierfür möglichen Operationen zur Gesichtsverjüngung wie Oberlidstraffung, Unterlidstraffung oder Facelifting werden nicht von den Krankenkassen übernommen.
Arme
Auch die Oberarme stellen nach starker Gewichtsreduzierung eine typische Problemzone dar, vor allem für Frauen, da unförmige Oberarme bei ihnen schwieriger zu kaschieren sind. Die Ausprägung der Hautdilatation variiert sehr, von diskreten Überdehnungen bis hin zu flügelartigen Hautlappen. Die Hautüberschüsse können bis zur Achselhöhle reichen und weiter über die seitliche Brustwand bis hin zum Rücken verlaufen. Eine Oberarmstraffung kann hier Abhilfe schaffen.
Brust
Im Bereich der Brust liegt häufig eine Brust- bzw. Brustwanderschlaffung vor. Sowohl bei der weiblichen als auch bei der männlichen Brust zeigt sich ein deutlicher Volumenverlust, dies in Kombination mit einer Erschlaffung der Haut. Frauen, die vor der Gewichtsabnahme bereits eine sehr große Brust hatten, haben auch nach dem Gewichtsverlust noch eine voluminöse Brust, die zusätzlich erschlafft ist. Eine übergroße und erschlaffte Brust kann gut durch eine Bruststraffung angepasst und bei Bedarf im selben Schritt verkleinert werden (siehe Brustverkleinerung). Bei Frauen mit kleinen und erschlafften Brüsten kann man die Straffung mit einem Volumenersatz durch Eigenfett oder Brustimplantate kombinieren.
Bei Männern geht es in der Regel um eine Brustwandstraffung mit Entfernung des überschüssigen Haut- und Unterhautfettgewebes (siehe Gynäkomastie OP).
Bauch
Ein schlaffer Bauch oder Hautüberschüsse stellen sich vor allem als sehr störende Fettschürze dar, das heißt, die Haut liegt zwischen Unterbauch und Schamregion auf. Die Überschüsse können sich in der seitlichen Beckenregion zum Rücken hin ringförmig fortsetzen. Oft ist das Gesäß mit seinen Weichteilen auch vom Erschlaffungsprozess betroffen. Hier lässt sich zwischen einem Absacken der oberen und der unteren Gesäßregion differenzieren. Eine Bauchdeckenstraffung oder das Fettschürze Entfernen kann hier die Lösung sein.
Oberschenkel
An den Oberschenkeln sind es vor allem die Innenseiten, die nach einer starken Gewichtsabnahme hängen und aneinanderreiben. Die Außen- und Vorderseiten der Oberschenkel stellen in Bezug auf eine Hauterschlaffung seltener ein Problem dar. Allerdings können Frauen auch nach einer Gewichtsabnahme noch unter übermäßig dicken Beinen leiden. Eine Oberschenkelstraffung kann hier Abhilfe schaffen.
Der Schambereich kann als Folge einer massiven Gewichtsreduktion bei Fettleibigkeit ebenfalls deformiert sein. Die abgesackten Weichteile können beim Mann den Penis verdecken, bei Frauen entsteht eine doppelte Umschlagfalte. Auch in diesen Fällen ist eine Straffungsoperation möglich.
Bezahlt die Krankenkasse eine Straffung nach Gewichtsreduktion (postbariatrischer Eingriff)?
Die Krankenkassen lehnen die Übernahme von Kosten für die Wiederherstellung der Körpersilhouette nach massiver Gewichtsreduktion sehr häufig ab. Die Straffungsoperation muss medizinisch begründet sein, zum Beispiel wegen Bewegungseinschränkung durch den Haut-Weichteil-Überschuss, Schwitzen mit Wundscheuern oder wiederkehrender Infektion. Selbst wenn aus Sicht des Arztes eine medizinische Begründung vorliegt, wird sie von den Krankenkassen nicht unbedingt akzeptiert. Die Erfahrung zeigt, dass es sich für die Betroffenen in aller Regel lohnt, die Straffungsoperation auch dann durchführen zu lassen, wenn die Kasse nicht zahlt. Mit der Korrektur der Körperform, die nur durch eine OP möglich ist, ändert sich die Selbstwahrnehmung, es entsteht neue Lebensfreude und ein sehr viel besseres Lebensgefühl.



