Eine kleine Zeitreise

Die frühesten Spuren in der Geschichte der Plastischen Chirurgie lassen sich bis in das vorchristliche 6. Jahrhundert zurückverfolgen, wo Priester in Indien die Kunst des Ersatzes von Nasen ausgeübt haben. Das Abschneiden der Nase war in alten Kulturen eine verbreitete Maßnahme des Strafvollzugs. Menschen, die gegen göttliche oder irdische Gesetze verstoßen hatten, wurden so stigmatisiert. In der Vorläuferepoche von den vorchristlichen Anfängen bis ca. 1800 erfolgten hauptsächlich Rekonstruktionsversuche bei fehlender Nase.

Wundärzte ohne Universitätsstudium hatten die Operationen wie ein Handwerk im direkten Meister-Schüler-Verhältnis erlernt. Typisch für diese Epoche ist es deshalb, dass es zu keinem kontinuierlichen Wissenstransfer kam. Techniken, wie man sie später erst wieder in der Moderne erarbeitete, wurden entwickelt und schließlich wieder vergessen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden Nachrichten von plastischen Operationen sogar als unglaubwürdig, als reine Fabel bezeichnet.

Im 19. Jahrhundert trat anstelle des einst gering geachteten Wundarztes, der oft nicht lesen und schreiben konnte, der an der Universität ausgebildete, in der Regel lateinkundige und umfassend gebildete Chirurg. Die Universität wurde zum Motor der wissen-schaftlichen Entwicklung von Chirurgie und Plastischer Chirurgie. Narkose und Hygienemaßnahmen gegen Wundinfektion schufen neue Möglichkeiten.

Durch die zahlreichen Kriegsverletzten vor allem der beiden Weltkriege, die es zu versorgen galt, hatte dieses Fach in Europa und den USA eine Blüte erlebt. Dagegen erhielt die Entwicklung der Plastischen Chirurgie in Deutschland, wie die gesamte Kultur, durch den Zweiten Weltkrieg einen Rückschlag. Wegen der Abkopplung von der internationalen Entwicklung mussten viele deutsche Chirurgen ihre Fähigkeiten in den Nachkriegsjahren im Ausland ergänzen und vervollständigen. Aus der wiederherstellenden Plastischen Chirurgie in der Not ist die „Schönheitschirurgie“ entstanden.

Der medizinische Fortschritt der letzten Jahrzehnte hat die Möglichkeiten der Plastischen Chirurgie eindrucksvoll erweitert. Vor allem die Entwicklung mikrochirurgischer Techniken brachte eine neue Qualität in die Plastische Chirurgie. Weiterhin basiert die fortschrittliche Entwicklung des Gebietes auf minimal-invasiven Techniken, der Endoskopie, der Fettabsaugung oder dem Einsatz von Implantaten.

Das Bild von Kasimir Malewitsch als Inspiration für unser Logo

Das Werk des Malers Kasimir Malewitsch „Weiblicher Torso“ aus 1928/32, im Original Öl auf Sperrholz, 58x48cm, inspirierte uns. Kasimir Malewitsch (1878 – 1935) arbeitete zunächst impressionistisch. Es folgte eine kubo-futuristische Phase hin zum Suprematismus.

Für den Künstler des Suprematismus galt die Welt nicht als gegenständlich. Die Malerei wurde auf die geometrischen Ursprungsformen reduziert, verstand sich als Kunst der reinen Form. Der Suprematismus sollte den Maler während des Mal- und Entstehungsprozesses des Werkes und später den Betrachter in einen höheren Bewusstseinszustand versetzen.

Ästhetik war in der klassischen Antike die Lehre vom „wahrnehmbar Schönen“ und stand damals in enger Verflechtung mit darstellender Kunst, Mathematik und Medizin. Schönheit wurde in verlässliche Formeln, Zahlen und Maße gebracht und es entstand die antike Proportionslehre der menschlichen Gestalt, aus der sich dann die antike Anatomielehre entwickelte. Bevor die Anatomie der Medizin von Nutzen sein konnte, musste sie vom Bildhauer erst darstellbar gemacht werden.

Plastik beihaltet im chirurgischen Sprachgebrauch den Vorgang des Bildens und Formens nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Auf keinen Fall meint man damit die Anwendung von „Plastik“ im Sinne von „Kunststoff“. Man setzt kein Plastik ein, es wir eine Plastik im Sinne von Formung durchgeführt. Der Begriff „plastisch“ steht für bildend, formend, gestaltend.

Die Plastisch-ästhetische Chirurgie bedient sich in ihrer Namensgebung der ehemals antiken Bedeutung des „Wahrnehmens der Schönheit“ und des „Formens“, vergleichbar mit der Tätigkeit eines Künstlers.

Bild des Malers Kasimir Malewitsch Weiblicher Torso          Logo plastische-chirurgie-frankfurt.de

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